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IT-Infrastruktur für KMU: die Bausteine, die zählen, und die Altlasten, die Geld kosten

Die meisten mittelständischen IT-Landschaften sind gewachsen, nicht entworfen. Dieser Artikel benennt die zehn Bausteine, die jedes Unternehmen braucht, rechnet Cloud gegen eigenen Server über die Laufzeit und legt die Reihenfolge fest, in der eine Modernisierung ohne Ausfalltag gelingt.

  • 15 Min. Lesezeit
  • Erfahrungswerte aus über 350 Projekten
  • Zuletzt geprüft: August 2026
IT-Spezialist mit Notebook vor einem offenen Serverschrank im Rechenzentrum
Die kurze Antwort

Was IT-Infrastruktur im Mittelstand konkret umfasst

IT-Infrastruktur ist die Gesamtheit der technischen Grundlagen, auf denen die Arbeit eines Unternehmens läuft: Internetanbindung, Netzwerk und WLAN, Firewall und Netztrennung, Identitäten samt Verzeichnisdienst, Endgeräte, Server oder bezogene Cloud-Dienste, Datenablage, Backup, Telefonie sowie Drucken und Scannen. Fachanwendungen wie ERP, Warenwirtschaft oder Praxissoftware setzen darauf auf. Sie können nie besser laufen als die Schichten unter ihnen.

Ob eine Infrastruktur trägt, entscheidet sich nicht an Produktnamen, sondern an vier Fragen, die jede Geschäftsführung beantworten können sollte:

  • Wie lange steht der Betrieb, wenn eine zentrale Komponente ausfällt, und wer weiß das genau?
  • Wie schnell ist der Datenstand von gestern wieder verfügbar, und wann wurde das zuletzt erprobt?
  • Wer darf auf welche Daten zugreifen, und lässt sich das nachweisen?
  • Können zwanzig zusätzliche Arbeitsplätze in zwei Wochen dazukommen, ohne dass jemand Hardware bestellt?

Wer diese vier Fragen beantworten kann, hat eine Infrastruktur. Wer sie nicht beantworten kann, hat eine Sammlung von Geräten. Der Unterschied fällt am ruhigen Dienstag nicht auf und ist am Tag der Störung nicht mehr zu korrigieren.

Die Bausteine

Zehn Bausteine, die jedes Unternehmen braucht

Der Umfang ist bei fünf Arbeitsplätzen derselbe wie bei fünfhundert, nur die Ausführung unterscheidet sich. Was dagegen in gewachsenen Umgebungen regelmäßig fehlt, ist nicht ein Baustein, sondern das Zusammenspiel: Jede Schicht trägt die darüber.

Anwendungen & Arbeitsplätze Office, ERP, Branchensoftware, Notebooks und Mobilgeräte
Identitäten & Berechtigungen Ein Konto pro Person, klare Rollen, Multifaktor-Anmeldung
Daten, Ablage & Backup Wo Dateien liegen, wer sie sieht, wie schnell sie zurückkommen
Netz, Internet & Firewall Anbindung, Segmentierung, WLAN und der Übergang nach außen

Von unten nach oben gelesen: Schwächen in einer unteren Schicht sind in einer oberen nicht zu reparieren.

Internetanbindung mit Rückfallebene

Liegen Anwendungen, Telefonie und Dateiablage außerhalb des Hauses, ist die Leitung die kritischste Komponente im Betrieb. Entscheidend ist nicht die Bandbreite im Datenblatt, sondern die zugesagte Entstörzeit und eine zweite, technisch unabhängige Anbindung.

Netzwerk und WLAN

Verkabelung, Switches und Zugangspunkte bestimmen, wie schnell sich Arbeit im Haus anfühlt. Typische Schwachstellen: über Jahre nachgerüstete Etagen, Switches ohne Einblick in ihren Zustand und ein WLAN-Schlüssel, den jeder Besucher der letzten Jahre kennt.

Firewall und Segmentierung

Die Firewall braucht ein gültiges Abonnement, gepflegte Regeln und Protokolle, die jemand liest. Ebenso wichtig ist die Trennung im Inneren: Gäste, Produktionsanlagen, Kameras und Büroarbeitsplätze gehören nicht in dasselbe Netz.

Identitäten und Verzeichnisdienst

Ein Konto pro Person, zentral verwaltet, mit klaren Rollen und einem geregelten Ende beim Austritt. Der Verzeichnisdienst ist der Angelpunkt der ganzen Umgebung: Wer ihn kontrolliert, kontrolliert alles darüber.

Endgeräte und ihre Verwaltung

Notebooks und Mobilgeräte gehören in eine zentrale Verwaltung, die Verschlüsselung, Updates und Grundeinstellungen erzwingt. Vier Gerätegenerationen aus vier Beschaffungsjahren sind kein Kostenvorteil, sondern der häufigste Grund für Störungen ohne Muster.

Server oder Cloud-Dienste

Hier fällt die Entscheidung mit der größten finanziellen Hebelwirkung: eigene Hardware oder bezogene Dienste. Beides ist legitim, aber nur eines passt zu Ihrem Anwendungsprofil. Die Antwort ergibt sich aus den Fachanwendungen, nicht aus einem Katalog.

Datenablage

Wo Dateien liegen, wer sie sieht und welche Version die verbindliche ist. Gewachsene Umgebungen verteilen dieselben Dokumente auf Netzlaufwerk, Cloud-Ordner und lokale Schreibtische. Ohne geordnete Ablage bedeuten Berechtigungen nichts.

Backup und Wiederherstellung

Ein Backup ist erst dann eines, wenn die Rücksicherung erprobt und ihre Dauer bekannt ist. Dazu gehören mehrere Generationen, eine Kopie außerhalb des Standorts und ein Stand, den ein Angreifer nicht verändern kann.

Telefonie

Der Baustein, an den bei einer Modernisierung zuletzt jemand denkt, und der mit dem sichtbarsten Effekt: Erreichbarkeit über Standorte hinweg, Rufgruppen ohne Techniker und eine Nebenstelle, die im Homeoffice wie am Schreibtisch funktioniert.

Zur Cloud-Telefonanlage

Drucken und Scannen

Unterschätzt, aber täglich im Weg: Treiberchaos, Geräte mit eigenem Web-Zugang ohne Passwortwechsel, Scanner mit unverschlüsseltem Mailversand. Druckdienste gehören in dieselbe Verwaltung wie alles andere.

Der richtige Einstieg Unklar, welcher dieser Bausteine bei Ihnen der schwächste ist? Genau das klären wir im Erstgespräch. Kostenlose IT-Erstberatung anfragen

Sie wissen nicht genau, was bei Ihnen eigentlich läuft?

Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wir nehmen den Bestand auf, benennen die drei größten Risiken und sagen Ihnen, was davon wirklich Geld kostet.

Die Altlast

Gewachsen statt entworfen: die typische Ausgangslage im Mittelstand

Gewachsene Infrastruktur
  • Über Jahre entstanden, ohne dass jemand ein Zielbild formuliert hätte
  • Das Wissen sitzt in einem einzelnen Kopf, nicht in Unterlagen
  • Keine Dokumentation von Netz, Lizenzen, Zugängen und Abhängigkeiten
  • Backup läuft, die Wiederherstellung wurde nie vollständig erprobt
  • Ein Windows-Server im Büroschrank trägt die zentrale Dateiablage
  • Berechtigungen sind historisch entstanden und wurden nie entzogen
Entworfene Infrastruktur
  • Ein Zielbild, an dem sich jede einzelne Beschaffung messen lässt
  • Dokumentation im Unternehmen, unabhängig von einzelnen Personen
  • Netzplan, Lizenzübersicht und Zugangsverwaltung sind gepflegter Bestand
  • Rücksicherung mindestens jährlich erprobt, Dauer bekannt und protokolliert
  • Zentrale Dienste in einer Umgebung mit zugesagter Verfügbarkeit
  • Rechte folgen Rollen, Eintritt und Austritt sind als Ablauf beschrieben

Ausgangslage: In den meisten Erstgesprächen sitzt uns kein Unternehmen gegenüber, das Fehler gemacht hat, sondern eines, das gewachsen ist. Die IT wurde über fünfzehn oder zwanzig Jahre entlang des jeweils drängendsten Bedarfs erweitert, und jede Entscheidung war für sich vernünftig. Die Summe ist es nicht mehr.

Folge: Der Betrieb hängt an Details, die niemand aufgeschrieben hat, und das Risiko sitzt an Stellen, die im Alltag unsichtbar bleiben. Eine Modernisierung beginnt deshalb nie mit einer Beschaffung, sondern mit einer Aufnahme des Bestands. Was eine solche Übernahme umfasst, auch ohne Unterlagen des Vorgängers, beschreiben wir auf der Seite Managed IT & IT-Security.

Sechs Altlasten

Sechs Altlasten, die in fast jeder gewachsenen Umgebung stecken

Diese Muster begegnen uns in Bestandsaufnahmen regelmäßig. Sie sind kein Vorwurf, sondern die vorhersehbare Folge einer IT, die nie entworfen wurde:

Niemand hat diese Infrastruktur entworfen

Sie ist entstanden: ein Server für die Warenwirtschaft, später ein zweiter für die Dateiablage, dazwischen ein Switch, weil ein Anschluss fehlte, und irgendwann Microsoft 365 für die E-Mail. Jede Entscheidung war zu ihrer Zeit richtig. Zusammengenommen ergeben sie eine Umgebung, deren Verhalten niemand vollständig erklären kann.

Das Wissen sitzt in einem einzelnen Kopf

Meist beim langjährigen Betreuer oder beim technisch begabten Mitarbeiter aus der Verwaltung. Er weiß, welcher Dienst nach einem Neustart zuerst laufen muss und warum eine Anwendung nur mit einem bestimmten Konto funktioniert. Geht diese Person, geht die Betriebsfähigkeit mit.

Übernahme ohne Dokumentation

Es gibt keine Dokumentation, nur Erinnerung

Kein Netzplan, keine Lizenzübersicht, keine Liste der Zugänge, keine Notiz darüber, welche Firewall-Regel wofür geöffnet wurde. Im Alltag fällt das nicht auf. Es fällt an dem Tag auf, an dem die Fehlersuche mit Raten beginnt, oder an dem ein Prüfer nach dem Berechtigungskonzept fragt.

Das Backup läuft, aber niemand hat die Wiederherstellung geprobt

Die häufigste und teuerste Altlast. Der Sicherungsauftrag meldet seit Jahren Erfolg, doch eine vollständige Rücksicherung hat nie jemand versucht. Ob die Daten konsistent sind, ob die Fachanwendung damit startet und wie lange der Vorgang dauert, klärt sonst erst der Ernstfall.

Der Server im Büroschrank ist zur Dateiablage geworden

Ursprünglich lief darauf eine Anwendung, die es längst nicht mehr gibt. Geblieben ist ein Windows-Server als zentrales Netzlaufwerk: ohne Klimatisierung, ohne unterbrechungsfreie Stromversorgung, hinter einer Tür, die jeder öffnen kann, mit einem Betriebssystem am Ende seines Supports. Er trägt die wichtigsten Daten des Unternehmens und ist der am schlechtesten geschützte Gegenstand im Haus.

Berechtigungen sind historisch, nicht fachlich

Rechte wurden vergeben, als jemand sie brauchte, und nie wieder entzogen. Nach einigen Jahren sieht der Praktikant von damals die Personalordner, ausgeschiedene Mitarbeiter besitzen aktive Konten, dieselbe Freigabe existiert dreifach mit unterschiedlichen Regeln.

Cloud oder eigener Server

Cloud gegen eigenen Server: der nüchterne Vergleich über die Laufzeit

Der Vergleich wird meist falsch geführt, weil ein Kaufpreis gegen einen Monatsbetrag gestellt wird. Aussagekräftig ist nur die Betrachtung über die gesamte Nutzungsdauer, üblicherweise fünf bis sieben Jahre:

Kriterium Eigener Server im Haus Cloud-Dienste
AnschaffungEinmalige Investition in Server, Speicher, Lizenzen und Einrichtung, meist fünfstellig und im Voraus zu bindenKeine Anschaffung, sondern ein monatlicher Betrag je Nutzer und Dienst
Laufender AufwandWartungsvertrag, Ersatzteile, Strom, Klimatisierung, Wartungsfenster außerhalb der ArbeitszeitBetrieb, Ersatz und Erneuerung der Plattform liegen beim Anbieter
Updates und PatchstandMüssen geplant, getestet und eingespielt werden; verschobene Wartung ist die häufigste Ursache veralteter SystemeDie Plattform wird laufend aktualisiert; zu betreuen bleiben Konfiguration, Konten und Endgeräte
AusfallrisikoNetzteil, Datenträger, Klimaanlage oder Stromausfall treffen unmittelbar den gesamten BetriebRedundanz ist Teil des Dienstes; in unseren Cloud-Umgebungen gilt 99,9 % Verfügbarkeit
Zugriff von außenNur über zusätzlich aufgebaute Zugänge, in der Praxis der schwächste PunktVon Haus aus vorgesehen, mit Multifaktor-Anmeldung und ohne offene Tür ins eigene Netz
SkalierungKapazität wird für die Nutzungsdauer im Voraus gekauft und ist danach gesetztNutzerzahl und Speicher werden monatlich angepasst, nach oben wie nach unten
Nach fünf bis sieben JahrenDie nächste Investition in vergleichbarer Höhe steht an, oft samt Wechsel des BetriebssystemsKein Investitionszyklus, kein Stichtag, keine erneute Entscheidung über Hardware

Unsere Empfehlung: Cloud First, aber begründet

Wo nichts dagegen spricht, gehören zentrale Dienste in eine professionell betriebene Cloud-Umgebung. Der Grund ist wirtschaftlich: Es entfällt die Investition, es entfällt der Erneuerungszyklus, und die Kapazität folgt dem Unternehmen statt einer Beschaffungsentscheidung von vor sechs Jahren.

Wir liefern und implementieren beides, eigene Hardware wie Cloud-Umgebungen, und wir verkaufen Hardware auch dort, wo sie ihren Zweck erfüllt. Entscheidend ist die Reihenfolge: zuerst die Bedarfsanalyse, dann das Angebot. Unsere Empfehlung hängt nicht am Hardware-Verkauf, und wir schlagen keinen Server vor, den Sie nicht brauchen. Wie diese Betreuung im Alltag aussieht, lesen Sie auf der Seite zum EDV-Dienstleister.

Praxisfall: die Investition, die nicht nötig war

Ausgangslage: Ein Mittelständler legte uns die Empfehlung seines langjährigen Betreuers vor, 150.000 € in einen neuen Server vor Ort zu investieren, alternativlos, so hieß es.

Ergebnis: Die Bedarfsanalyse ergab, dass diese Investition nicht erforderlich war. Umgesetzt wurde eine Cloud-Umgebung, die selbst der Hersteller der eingesetzten Branchensoftware zunächst nicht für möglich hielt: keine einmalige Anschaffung, planbare monatliche Kosten, stabilerer Betrieb als zuvor. Ein einzelner Fall beweist keine Regel, aber er zeigt, was die Prüfung wert ist.

Die Ausnahmen

Wann lokale Hardware sinnvoll bleibt

Cloud First ist eine Vorzugsregel, kein Dogma. In diesen vier Fällen gehört Rechenleistung an den Standort, und wir sagen das auch dann, wenn es die aufwendigere Variante ist:

Ausnahme 1

Latenz zu Maschinen und Produktion

Steuerungen, Messsysteme und Anlagen mit Echtzeitanforderung erwarten Antwortzeiten, die eine Leitung nach außen nicht garantiert. Hier bleibt Rechenleistung vor Ort, als klar umrissener Bestand an der Fertigung, während Verwaltung, E-Mail und Dateiablage außerhalb liegen können.

Ausnahme 2

Spezialsoftware ohne Cloud-Fähigkeit

Manche Branchenanwendungen setzen einen lokalen Dienst voraus, weil der Hersteller nichts anderes freigibt. Gegen dessen Freigabe zu betreiben kostet im Störungsfall Unterstützung und Zeit. Wir prüfen deshalb vor jeder Beschaffung, was sich verlagern lässt und was nachweislich bleiben muss.

Ausnahme 3

Regulatorische und vertragliche Sonderfälle

Auftraggeber im öffentlichen oder sicherheitsrelevanten Umfeld schreiben gelegentlich vor, wo Daten liegen und wer sie verarbeitet. Das ist eine Frage der Vertragslage, nicht der Technik, und sie hat Vorrang. Häufig lässt sie sich auf wenige Datenbestände begrenzen.

Ausnahme 4

Große Datenmengen, die vor Ort entstehen

Konstruktionsdaten, Videomaterial oder Messreihen im Terabyte-Bereich zu übertragen verlangt Bandbreite, die an manchen Standorten nicht verfügbar ist. Dann gehört der schnelle Speicher an den Ort der Entstehung, gesichert und gespiegelt.

Bevor Sie in neue Hardware investieren: lassen Sie die Cloud-Variante gegenrechnen.

Kostenlos, in 30 Minuten und mit einer Zahl, die Sie Ihrem Beirat vorlegen können. Auch dann, wenn das Ergebnis am Ende für die Hardware spricht.

Sicherheit

Sicherheit ist Bestandteil der Infrastruktur, keine Aufpreisliste

Fünf Maßnahmen entscheiden über den Unterschied zwischen einem Zwischenfall von Stunden und einer Existenzfrage. Sie sind, an ISO 27001 und BSI-Grundschutz orientiert, der Kern jeder tragfähigen Umgebung und gehören in die Grundausstattung, nicht in ein Zusatzangebot:

Backup mit geprobter Wiederherstellung

Mehrere Generationen, eine Kopie außerhalb des Standorts, ein Stand, den ein Angreifer nicht nachträglich verändern kann, und mindestens ein Rücksicherungstest im Jahr mit dokumentierter Dauer. Erst dieser Test macht aus einer Sicherung eine Zusage.

Multifaktor-Anmeldung für jeden Zugang von außen

Der wirksamste und günstigste einzelne Schritt, den ein mittelständisches Unternehmen gehen kann. Gestohlene Zugangsdaten sind der Regelfall, nicht die Ausnahme; ein zweiter Faktor macht sie wertlos. Ohne Ausnahmen für Geschäftsführung und Technik, denn genau diese Konten sind das Ziel.

Patchstand als laufender Prozess

Betriebssysteme, Anwendungen, Firewall und Netzwerkgeräte brauchen eine Regel, wer wann prüft und einspielt, und einen Nachweis darüber. Der überwiegende Teil erfolgreicher Angriffe nutzt Schwachstellen, für die es längst eine Korrektur gab.

Endpoint-Schutz, zentral verwaltet

Ein Schutzprogramm auf jedem Gerät, dessen Meldungen in einer Konsole auflaufen, die jemand sieht. Der Unterschied zeigt sich am Tag des Vorfalls: Verwaltet ist das betroffene Gerät in Minuten identifiziert, sonst erfährt man vom Vorfall durch den Anruf eines Mitarbeiters.

Rechtekonzept nach Rollen

Zugriff folgt der Aufgabe, nicht der Person, und endet mit ihr. Eintritt, Wechsel und Austritt sind als Ablauf beschrieben, Administratorrechte getrennt vom Arbeitskonto. Das begrenzt den Schaden eines übernommenen Kontos auf den Bereich, für den es gedacht war.

Diese fünf Punkte sind kein Sicherheitskonzept, sondern seine Voraussetzung. Wo darüber hinaus Anforderungen aus NIS2, aus Kundenverträgen oder aus einer Zertifizierung bestehen, führt der Weg über eine Bestandsaufnahme mit Lückenanalyse. Unsere Arbeit ist an ISO 27001 und BSI-Grundschutz angelehnt; ein eigenes ISO-27001-Zertifikat tragen wir nicht, und das benennen wir lieber, als es offen zu lassen. Den vollständigen Überblick finden Sie auf der Seite IT-Sicherheitsberatung.

Kostenlogik

Was IT-Infrastruktur kostet: Rechenbeispiel für 25 Arbeitsplätze

Die folgenden Werte sind gerundete Größenordnungen für ein Büro mit 25 Arbeitsplätzen, einem Standort und üblicher Ausstattung. Sie ersetzen kein Angebot, machen aber sichtbar, welche Position das Budget tatsächlich bestimmt:

Position Größenordnung im Jahr Was dahinter steckt
Arbeitsplatz-Lizenzen4.000 bis 7.000 €Microsoft 365 je Nutzer und Monat, je nach Plan rund 13 bis 22 €. Der höhere Plan enthält Geräteverwaltung und Sicherheitsfunktionen, die sonst einzeln beschafft werden.
Endgeräte, auf die Nutzungsdauer verteilt6.000 bis 10.000 €25 Notebooks samt Dock und Bildschirm zu 1.200 bis 1.800 €, verteilt auf vier bis fünf Jahre.
Netz, Firewall und WLAN1.500 bis 3.500 €Firewall-Abonnement, Zugangspunkte und Switches. Ohne gültiges Abonnement ist eine Firewall ein Router mit Logo.
Cloud-Dienste statt eigener Server3.000 bis 9.000 €Serverdienste, Dateiablage und Fachanwendung. Eine Warenwirtschaft mit Datenbank liegt am oberen Ende, reine Dateiablage am unteren.
Backup und Wiederherstellung1.200 bis 3.000 €Sicherung der Cloud-Daten und der verbliebenen lokalen Systeme, mit unveränderlichem Stand und jährlichem Rücksicherungstest.
Telefonie900 bis 2.400 €Cloud-Telefonanlage je Nebenstelle, inklusive Rufnummern und Verbindungen, anstelle von Wartung und Ersatzteilen.
Laufende Betreuung15.000 bis 30.000 €Fixpreis pro Nutzer und Monat für Betreuung, Überwachung, Sicherheit und Support. Die Korridore stehen im Kostenartikel.

Was die Aufstellung zeigt

In der Summe liegt eine solche Umgebung bei rund 32.000 bis 65.000 € im Jahr, und der größte Einzelposten ist nicht die Technik, sondern die Betreuung. Genau deshalb entscheidet Standardisierung über die Kosten: Einheitliche Geräte, ein Verzeichnisdienst, bezogene Dienste statt eigener Server und wenige Sonderlösungen senken nicht die Lizenzrechnung, sondern den Aufwand darüber.

Wofür die Zahl gebraucht wird

Für den Vergleich zwischen Investition und laufendem Aufwand, und für die Frage, ob eine Modernisierung im laufenden Betrieb finanzierbar ist. Meist lautet die Antwort ja, weil die Cloud-Variante die Anschaffung durch monatliche Kosten ersetzt und ein Teil der Digitalisierungskosten über Landes- und Bundesprogramme gefördert werden kann. Die Abrechnungsmodelle der Betreuung rechnen wir im Artikel Was kostet ein IT-Dienstleister? gegeneinander.

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Die Reihenfolge

Modernisieren in der richtigen Reihenfolge: sechs Stationen

Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage. Wer sie umkehrt und mit neuen Geräten beginnt, zahlt für dieselbe Arbeit zweimal, weil jedes Gerät nach der Ordnung der Identitäten erneut eingerichtet wird.

  1. Bestand aufnehmen und dokumentieren

    Vor jeder Beschaffung steht die Inventur: Geräte, Dienste, Lizenzen, Zugänge, Verträge, Abhängigkeiten. Sie kostet wenige Tage, verändert technisch nichts und verhindert den häufigsten Fehler: eine Investition in den Teil, der gar nicht das Problem war.

  2. Backup absichern und Wiederherstellung proben

    Der erste Eingriff mit unmittelbarer Wirkung. Solange nicht erprobt ist, dass Daten zurückkommen, ist jeder weitere Schritt eine Wette. Diese Station ist auch dann richtig, wenn die Modernisierung im Übrigen verschoben wird.

  3. Identitäten und Multifaktor-Anmeldung ordnen

    Konten aufräumen, Rollen festlegen, Administratorrechte trennen, zweiten Faktor durchsetzen, Austritte als Ablauf beschreiben. Ohne Hardware, ohne Ausfallzeit, mit dem größten Sicherheitsgewinn pro eingesetztem Euro.

  4. Netz und Übergang nach außen erneuern

    Firewall, Segmentierung, WLAN und die Internetanbindung samt Rückfallebene. Diese Station gehört vor jede Verlagerung, denn eine Umgebung außerhalb des Hauses ist nur so gut wie der Weg dorthin.

  5. Dateiablage und Serverdienste verlagern

    Jetzt entscheidet sich, was von der eigenen Hardware verschwindet und was bleibt. Verlagert wird in Abschnitten, mit Parallelbetrieb je Bereich, damit an keinem Tag jemand ohne Zugriff auf seine Daten arbeitet.

  6. Endgeräte, Telefonie und Drucken nachziehen

    Zum Schluss die sichtbaren Dinge, und ausdrücklich zum Schluss: Neue Notebooks vor geordneten Identitäten bedeuten, dass jedes Gerät zweimal eingerichtet wird.

Was sich zusammen erledigen lässt: Station drei und vier greifen ineinander, weil zweiter Faktor und Übergang nach außen dieselben Zugänge betreffen. Ebenso gehören Endgerätewechsel, die Umstellung der Telefonie und die Neuordnung der Druckdienste in ein Zeitfenster, weil die Mitarbeiter dann eine Umstellung erleben und nicht drei. Nie zusammenlegen sollten Sie die Verlagerung von Serverdiensten mit dem Austausch der Endgeräte: Sobald zwei Veränderungen als Ursache in Frage kommen, dauert jede Klärung doppelt so lange.

Ehrliche Grenzen

Wann eine Modernisierung warten kann, und wann nicht

Wenn die Hardware jünger als vier Jahre ist

Läuft die Umgebung dokumentiert, mit erprobtem Backup und aktuellem Patchstand, ist eine Modernisierung eine Frage der Wirtschaftlichkeit und nicht der Dringlichkeit. Dann planen Sie den Zeitpunkt und tauschen zum Ende der Nutzungsdauer.

Wenn ein größeres Projekt die Anforderungen verändert

Steht eine ERP-Einführung, ein Wechsel der Branchensoftware oder ein Zusammenschluss an, ändern sich die Anforderungen an die Infrastruktur mit dem Projekt. Vorher zu beschaffen bedeutet, zweimal zu entscheiden.

Wenn niemand die Begleitung übernehmen kann

Eine Modernisierung braucht auf Ihrer Seite Entscheidungen, Freigaben und eine Person, die Fragen beantwortet. Fehlt diese Kapazität in einer Hochphase, ist ein späterer Start dem halb durchgeführten Projekt vorzuziehen. Wir sagen das auch dann, wenn es den Auftrag verschiebt.

Wenn ein Standortwechsel absehbar ist

Umzüge verändern Verkabelung, Anbindung und Netzaufbau vollständig. Steht ein Wechsel in den nächsten zwölf Monaten an, gehört die Infrastrukturplanung in das Umzugsprojekt.

Was nie wartet: ein Backup ohne erprobte Wiederherstellung, ein Zugang von außen ohne zweiten Faktor und ein Betriebssystem ohne Herstellersupport. Diese drei Punkte kosten wenig im Vergleich zu dem, was ihr Fehlen kostet.

Zahlen & Fakten

IT-Infrastruktur mit Staufenberg Advisory: Zahlen und Fakten

  • Staufenberg Advisory ist ein 2015 gegründetes IT-Beratungs- und Systemhaus mit über 300 aktiven Kunden, mehr als 350 abgeschlossenen Projekten und einem Team aus über 50 Spezialisten.
  • Staufenberg Advisory arbeitet Cloud First: Vor jeder Beschaffung steht eine Bedarfsanalyse, und die Empfehlung hängt nicht am Verkauf von Hardware.
  • Die Cloud-Umgebungen von Staufenberg Advisory erreichen 99,9 % Verfügbarkeit (SLA im Standard-Managed-Service-Paket).
  • Sicherheit ist bei Staufenberg Advisory Bestandteil jedes Managed-Service-Pakets: Backup, Multifaktor-Anmeldung, Patch-Management, Endpoint-Schutz und Berechtigungen, orientiert an ISO 27001 und BSI-Grundschutz.
  • Staufenberg Advisory übernimmt bestehende IT-Umgebungen realistisch in 14 Tagen, dokumentiert und im Parallelbetrieb, auch ohne Unterlagen des Vorgängers, und betreut Unternehmen ab 2 Arbeitsplätzen.
Kundenstimmen

Was Kunden nach der Modernisierung sagen

Unsere IT war über fünfzehn Jahre gewachsen, und der Server stand im Aktenschrank neben der Buchhaltung. Statt eines Angebots für neue Hardware bekamen wir zuerst eine Aufnahme des Bestands. Verlagert wurde danach in Abschnitten, und die Fertigung hat keinen Tag stillgestanden.
Geschäftsführer Maschinenbau, 60 Mitarbeiter
Die unangenehmste Erkenntnis kam am ersten Tag: Unser Backup lief seit Jahren fehlerfrei, ließ sich aber nicht vollständig zurückholen. Das wurde vor allem anderen in Ordnung gebracht, mit einem Rücksicherungstest, dessen Dauer wir jetzt kennen. Vorher hätte ich diese Frage nicht beantworten können.
Kaufmännische Leiterin Großhandel, 45 Mitarbeiter
Wir hatten drei Standorte mit drei getrennten Netzen und einer Telefonanlage, die nur einer bedienen konnte. Heute arbeiten alle in derselben Umgebung, und neue Mitarbeiter sind am ersten Tag arbeitsfähig. Für uns ist vor allem der Wegfall der Sonderlösungen entscheidend gewesen.
Prokurist Logistikdienstleister, 90 Mitarbeiter
Häufige Fragen

Häufige Fragen zur IT-Infrastruktur im Mittelstand

Was gehört zur IT-Infrastruktur eines Unternehmens?

Alle technischen Grundlagen, auf denen die Arbeit läuft: Internetanbindung, Netzwerk und WLAN, Firewall und Netztrennung, Identitäten samt Verzeichnisdienst, Endgeräte und ihre Verwaltung, Server oder bezogene Cloud-Dienste, Datenablage, Backup mit erprobter Wiederherstellung, Telefonie sowie Drucken und Scannen. Fachanwendungen wie ERP oder Warenwirtschaft setzen darauf auf und laufen nie besser als die Schichten darunter.

Was kostet die IT-Infrastruktur für 25 Arbeitsplätze?

Für ein Büro mit 25 Arbeitsplätzen an einem Standort liegt die Summe aus Lizenzen, Endgeräten, Netz und Firewall, Cloud-Diensten, Backup, Telefonie und laufender Betreuung erfahrungsgemäß bei rund 32.000 bis 65.000 € im Jahr. Der größte Posten ist die Betreuung, nicht die Technik, und die Spanne folgt vor allem der Frage, wie viel außerhalb des Standards betrieben wird.

Cloud oder eigener Server: Was ist für ein KMU günstiger?

Über die Laufzeit gerechnet gewinnt für die meisten mittelständischen Unternehmen die Cloud, weil die Anschaffung entfällt, Wartung und Erneuerung beim Anbieter liegen und die Kapazität monatlich angepasst wird. Der Vergleich darf aber nicht bei Kaufpreis gegen Monatsbetrag stehen bleiben: Zum eigenen Server gehören Wartung, Ersatzteile, Strom, Klimatisierung, Zugänge von außen und nach fünf bis sieben Jahren die nächste Investition in gleicher Höhe.

Wann lohnt sich ein eigener Server noch?

In vier Fällen: bei Echtzeitanforderungen zu Maschinen und Produktionsanlagen, bei Spezialsoftware, für die der Hersteller nur den lokalen Betrieb freigibt, bei regulatorischen oder vertraglichen Vorgaben zum Ort der Datenverarbeitung und bei großen Datenmengen, die vor Ort entstehen. Dann bleibt ein klar umrissener Bestand im Haus, während Verwaltung, E-Mail, Dateiablage und Telefonie außerhalb betrieben werden.

Wie oft muss IT-Infrastruktur modernisiert werden?

Endgeräte werden üblicherweise nach vier bis fünf Jahren ersetzt, Netzwerkkomponenten, Firewalls und Server nach fünf bis sieben. Wichtiger als der Kalender sind drei Auslöser, die keinen Aufschub dulden: das Ende des Herstellersupports für ein Betriebssystem, eine Wiederherstellung, die nicht erprobt ist, und Zugänge von außen ohne zweiten Faktor.

Womit beginnt eine Modernisierung der IT-Infrastruktur?

Mit einer Aufnahme des Bestands, nicht mit einer Beschaffung. Erst wenn Geräte, Dienste, Lizenzen, Zugänge und Abhängigkeiten dokumentiert sind, lässt sich sagen, welcher Baustein tatsächlich bremst. Danach folgen Backup, Identitäten und Multifaktor-Anmeldung, dann Netz und Übergang nach außen, erst zuletzt Serverdienste und Endgeräte. Diese Reihenfolge verhindert, dass Sie zweimal für dieselbe Aufgabe zahlen.

Wie lange dauert die Modernisierung einer gewachsenen IT-Umgebung?

Die Bestandsaufnahme ist eine Sache von Tagen, Backup und Identitäten sind je nach Ausgangslage in wenigen Wochen geordnet. Die Verlagerung von Dateiablage und Serverdiensten dauert bei 25 bis 50 Arbeitsplätzen üblicherweise zwei bis vier Monate, weil sie in Abschnitten mit Parallelbetrieb erfolgt. Ein Stichtag, an dem alles gleichzeitig umgestellt wird, ist ausdrücklich nicht das Vorgehen.

Ist die Cloud sicherer als ein Server im eigenen Haus?

Sie ist anders angreifbar. Ein Rechenzentrum bietet Redundanz, physische Sicherheit und einen Patchstand, den kein Serverschrank im Büro erreicht. Dafür verschiebt sich das Risiko auf die Konten: Wer Zugangsdaten übernimmt, braucht keinen Zugang zum Gebäude. Mit Multifaktor-Anmeldung, einem Rechtekonzept nach Rollen und einem unabhängigen Backup der Cloud-Daten ist eine Cloud-Umgebung in der Regel deutlich besser geschützt als eigene Hardware im Haus.

Kontakt

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